ausstellung

Ausstellung „Synagoge in Ober-Ramstadt“ im Rathaus eröffnet


Die Idee zur Ausstellung entstand, nachdem Stadthistoriker Reinhold Reinmöller durch einen Artikel über die virtuelle Rekonstruktion zerstörter Synagogen durch Studierende der TU Darmstadt auf das Thema aufmerksam geworden war. Eine vergleichbare virtuelle Umsetzung erwies sich für Ober-Ramstadt jedoch als zu aufwendig. Dafür boten die Bestände des Stadtarchivs eine andere Möglichkeit: Dort sind noch die Original-Baupläne der ehemaligen Synagoge sowie der sogenannten „Judenschule“ erhalten. In dieser befand sich auch die Mikwe, das rituelle Tauchbad der jüdischen Gemeinde. Historische Fotografien, unter anderem vom Brand der Synagoge und ihrer Umgebung, ergänzten das vorhandene Material.

Auf dieser Grundlage konnte die frühere Bebauung der Hammergasse wieder sichtbar gemacht werden. Alfred Helm, der sich unter anderem im Repair-Café in der Petri-Villa engagiert, fertigte die Synagoge und weitere Gebäude aus ihrer Nachbarschaft im 3-D-Druck im Maßstab 1:50 an. Die Anregung dazu kam von Ursula Scholz vom Museumsverein.

Die Modelle bilden das Herzstück der Ausstellung. Ergänzt werden sie durch Displays mit historischen Bild- und Textdokumenten. Sie informieren über die Entstehung der Synagoge und ihre Zerstörung am 10. November 1938 während der nationalsozialistischen Novemberpogrome. Auch die in Ober-Ramstadt verlegten Stolpersteine und die Schicksale der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung werden thematisiert.

Damit erinnert die Ausstellung nicht nur an ein verschwundenes Gebäude, sondern macht zugleich einen wichtigen Teil der Geschichte der jüdischen Gemeinde Ober-Ramstadts wieder sichtbar. Wo heute vor allem ein Mahnmal aus dem Jahr 1983 an die ehemalige Synagoge in der Hammergasse erinnert, vermitteln die dreidimensionalen Modelle nun einen anschaulichen Eindruck davon, wie dieser Ort einst ausgesehen hat.

Die Ausstellung ist seit dem 13. August im Rathausfoyer Ober-Ramstadt zu sehen.