Grenzgang Ober-Ramstadt 2026:
Rund 120 Bürgerinnen und Bürger erwandern die Gemarkungsgrenze
Bei anfänglich etwas trübem, später dann bei bestem Wetter fand am Samstag, 3. Oktober, der traditionelle Grenzgang Ober-Ramstadt statt. Rund 120 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadt und machten sich gemeinsam auf den Weg, um die Grenze der Ober-Ramstädter Gemarkung zu erwandern und dabei wieder viel Wissenswertes über die Geschichte der Stadt zu erfahren.
Treffpunkt war in diesem Jahr am Parkplatz der DATRON AG. Dort begrüßte Bürgermeister Tobias Silbereis die zahlreich erschienenen Teilnehmenden am neuen DATRON-Firmensitz und eröffnete offiziell den diesjährigen Grenzgang.

In diesem Jahr wurde der Grenzgang von dem Künstlerduo „Kunst im Liegen“ begleitet. Das Künstlerduo von Rieke Hoppse und Janina Warnk sind Teil des Kulturprojekts FLUX (Residenzen in Hessen). Die Filmaufnahmen des Grenzgangs werden – so der aktuelle Plan im November 2026 im Kino in der Wacker-Fabrik gezeigt werden. Über Vorführtermine werden wir informieren, sobald sie uns bekannt sind.
Für die historischen Einblicke sorgte wie gewohnt Karl-Heinz Haas, der den Grenzgängern den Verlauf der alten Gemarkungsgrenze anschaulich erläuterte. „Vielen Dank an Karl-Heinz Haas, der uns wieder einmal mit großem Fachwissen und viel Begeisterung durch die Geschichte unserer Gemarkung geführt hat", bedankte sich Bürgermeister Silbereis bei dem langjährigen Kenner der Ober-Ramstädter Flur.
Vom Parkplatz der DATRON AG führte die Strecke zunächst in nördlicher Richtung zum sogenannten Totenweg. Vorbei am Modellflugplatz setzten die Grenzgängerinnen und Grenzgänger ihren Weg bis zur so genannten Pra-Eiche fort, an der eine Rast mit Getränken für Stärkung sorgte. Hier versorgte der TV 1877 Ober-Ramstadt e.V. alle mit Getränken und belegten Brötchen. Der TV 1877 Ober-Ramstadt e.V. möchte mit Aktionen wie diese auf das im kommenden Jahr stattfindende Vereinsjubiläum aufmerksam machen: der Verein wurde dann vor genau 150 Jahren gegründet, was mit vielen Veranstaltungen und Aktionen nächstes Jahr gefeiert werden wird.

Die Johannes-Pra-Eiche war vor einigen Jahren einem Blitzeinschlag zum Opfer gefallen. An dieser Stelle berichtete Karl-Heinz Haas eine weitere interessante Episode der Ortsgeschichte: Nicht eindeutig belegt ist, an welchen Johannes Pra die Eiche einst erinnerte oder ob dieser sie sogar selbst gepflanzt hatte. Historikern zufolge dürfte der markante Baum bis zu 300 Jahre alt gewesen sein. Auch Erkundigungen beim Museum Ober-Ramstadt, dem Archiv Ober-Ramstadt und so genannten Rohrbächer ‚Granden‘ (Honoratioren, bzw. ‚ehrenvolle alte Herren‘) haben hier leider noch kein Licht ins Dunkel bringen können, berichtet Herr Haas. „Ich werde hier aber weiter recherchieren.“, verspricht Karl-Heinz Haas.
Der gemeinsame Marsch entlang der Gemarkungsgrenze bot den Teilnehmenden nicht nur Bewegung in der Natur, sondern auch die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht neue Aspekte der Geschichte Ober-Ramstadts von einer besonderen Seite kennenzulernen.
Seinen gemütlichen Abschluss fand der Grenzgang 2026 in der ‚Alten Schlossmühle‘, wo das ‚Stadtorchester Ober-Ramstadt e.V.‘ die Teilnehmenden musikalisch unterhielt und bei Linsensuppe und Getränken für einen stimmungsvollen Ausklang des Tages sorgte.
Die Gruppe wurde sehr herzlich von den Besitzern der ‚Alten Schlossmühle‘ empfangen. Seit 1996 hat ‚Parkett Madeja‘ den Firmensitz in der denkmalgeschützten ‚Alten Schlossmühle‘, die liebevoll restauriert wurde. Der 1957 in Darmstadt gegründete Meisterbetrieb wird schon in dritter Generation als Familienunternehmen geführt und war schon immer ein Vorreiter: die Tochter des Gründers, Bärbel Dervisopoulos-Madeja, war 1972 die erste Frau Hessens, die die Meisterprüfung zur Parkettlegemeisterin abgelegt hat. Als dritte Generation im Bunde verstärkt Ihre Tochter seit 2012 die Geschäftsführung des Familienunternehmens.

Bürgermeister Tobias Silbereis zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme: „Der Grenzgang ist für mich jedes Jahr ein echtes Highlight. Er verbindet Tradition, Heimatgeschichte und Gemeinschaft auf wunderbare Weise. Ich danke allen, die dabei waren, sowie Karl-Heinz Haas wieder für seine spannenden historischen Erläuterungen und dem Stadtorchester für die musikalische Begleitung zum Abschluss."
Der Grenzgang Ober-Ramstadt hat eine langjährige Tradition und findet jährlich am 3. Oktober statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich schon jetzt den Termin für den nächsten Grenzgang im kommenden Jahr vormerken; nähere Informationen gibt die Stadt Ober-Ramstadt rechtzeitig über ihre Internetseite und die üblichen Informationskanäle bekannt.
