AWO

Pressestatement von Bürgermeister Tobias Silbereis zur Insolvenz der AWO family gGmbH


Bislang gab es keine sichtbaren Anzeichen oder Erkenntnisse, die auf eine solche Entwicklung hingedeutet hätten.

Die Situation ist naturgemäß mit vielen offenen Fragen verbunden. Die AWO family gGmbH begründet das Verfahren mit wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, einer sinkenden Auslastung sowie bestehenden Gebäudeschäden an verschiedenen Einrichtungen. Auch die im vergangenen Jahr erfolgte Abgabe von vier Einrichtungen in Pfungstadt scheint hier Belastungen hinterlassen zu haben.

Grundsätzlich habe ich die Zusammenarbeit mit der AWO family gGmbH bisher als äußerst konstruktiv wahrgenommen. Insoweit erschließt sich mir die vorgebrachte Argumentation zur finanziellen Schieflage nicht.

Richtig ist, dass die Geburtenrate auch in Ober-Ramstadt sinkt und wir erstmals seit vielen Jahren über freie Betreuungskapazitäten in unseren Kindertagesstätten verfügen. Weshalb der AWO family gGmbH hieraus ungedeckte Kosten entstehen sollen, ist auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, da die Finanzierung vertraglich geregelt und die Gegenfinanzierung auskömmlich dargestellt ist. Diesen Punkt werde ich in den anstehenden Gesprächen kritisch hinterfragen.

Für die Eltern, Kinder und das Kita-Personal ist zunächst entscheidend: Die AWO family gGmbH führt die Kindertagesstätten, darunter auch die Kita Pusteblume in Ober-Ramstadt, im vorläufigen Verfahren fort. Die Geschäftsführung wird dabei durch den eingesetzten vorläufigen Sachwalter unterstützt. Die Betreuung der Kinder bleibt damit vorerst sichergestellt, auch wenn die Unsicherheit insgesamt groß ist.

Wir werden jetzt zügig auf einen transparenten Dialog drängen und konkrete Details zur Insolvenz einfordern. Dabei werden wir kritisch prüfen, ob das bestehende Konstrukt noch tragfähig ist und welche Perspektiven sich für die Zukunft ergeben. Es ist unsere Aufgabe, auch alternative Szenarien in den Blick zu nehmen, sollte sich keine nachhaltige Tragfähigkeit zeigen – stets mit dem Ziel, die Betreuung für die Eltern verlässlich sicherzustellen. Dafür setze ich mich uneingeschränkt ein.

Besonders zu erwähnen ist, dass die Stadt zwischen 2024 und 2026 insgesamt 600.000 Euro für die Sanierung der Kita Pusteblume bereitgestellt hat. Hierdurch konnte das in die Jahre gekommene Stammhaus modernisiert und an heutigen Standards angepasst werden.

Ich werde zeitnah über die Entwicklung und weitere Schritte informieren.