Holocaust Gedenktag

Holocaust-Gedenktag in Ober-Ramstadt:
Erinnern, Mahnen, Verantwortung übernehmen


Anlass war der Auschwitz-Gedenktag, der jährlich am 27. Januar begangen wird – dem Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945.

Die Veranstaltung begann um 18:00 Uhr mit dem „Prélude e-moll“ von Frédéric Chopin, vorgetragen von Julia Toma. Anschließend richtete Bürgermeister Tobias Silbereis ein Grußwort an die Anwesenden und unterstrich die Bedeutung des Erinnerns für die heutige Gesellschaft.

Musikalische Beiträge, unter anderem von der Musikgruppe des Grundkurses der 11. Jahrgangs unter Leitung von Eva-Maria Seyfarth, sowie eindringliche Lesungen und Texte prägten den Abend. Besonders bewegend waren die Grußbotschaften aus den USA von Ellen Hoffman und Margo Shapiro, die die internationale Dimension des Gedenkens verdeutlichten.

Im Mittelpunkt standen außerdem literarische und persönliche Auseinandersetzungen mit Verfolgung, Heimatverlust und Menschlichkeit. Texte von Mascha Kaléko und Hilde Domin wurden ebenso vorgetragen wie Beiträge junger Mitwirkender, die sich mit Antisemitismus heute, der Erinnerungskultur und der Verantwortung der Gegenwart beschäftigten.

Ein besonderer Dank gilt der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, die das Programm der Gedenkveranstaltung maßgeblich gestaltet hat. Lehrer Harald Höflein und seine Schülerinnen und Schüler waren mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt und setzten damit ein starkes Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur.

Die Gedenkansprache hielt Daniel Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Hessen, gefolgt von einem Segenswort durch Pfarrer Joachim Schauß. Zum Abschluss sang die Musikgruppe des Jahrgangs 11 den Kanon „Dona nobis pacem“. Anschließend gingen alle in einem gemeinsamen Gang zur Gedenktafel der ehemaligen Synagoge.

Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerung ist nicht nur Rückblick, sondern Auftrag. Der Auschwitz-Gedenktag bleibt ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen – und ein Aufruf, sich entschieden gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Hass zu stellen.

Mit Blumen und Kerzenschein wird an der Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge in der Hammergasse erinnert. (Bild: Stadt Ober-Ramstadt)